Nindorf – Passend zu den Dithmarscher Kohltagen hatte Anne Ohlsen als Vorsitzende der Seniorenunion zum traditionellen Kohlrouladenessen satt in den Nindorfer Hof eingeladen. Nachdem dem leiblichen Wohl sehr lecker gefrönt worden war, berichtete der eingeladene Einrichtungsleiter Ulf Sokolowski vom Seniorendomizil „Am Dornbuschpark“ in Mildstedt. Als Dithmarscher Jung in Heide geboren, lernte er bei der Firma Köster, arbeitete er als Werkstattleiter bei der Stiftung Mensch und bei der Brücke. Sein Einzugsgebiet umfasst Husum, Sylt bis nach Hamburg. Mit einer 96-köpfigen Belegschaft versorgt er das 2002 eröffnete Haus mit 96 Pflegeplätzen, aufgeteilt in Einzel- und Doppelzimmern bei einem 36 m² großen Standardzimmer. Es verfügt über eine eigene Küche und eigene Reinigungskräfte und ist nicht auf Gewinn ausgerichtet. Neben den normalen Heimaufenthalt ist eine Verhinderungspflege möglich, auch werden stets vier Plätze für die Kurzzeitpflege vorgehalten. Für die Inanspruchnahme der Dienstleistung für einen Aufenthalt ist ein Pflegegrad. Ein betreutes Wohnen wird nicht angeboten. Die freie Wahl der Einrichtung wird teilweise leider durch die Krankenversicherung eingeschränkt. Übrigens soll Focus Gesundheit die Einrichtung in Mildstedt, die nicht auf Gewinn orientiert ist, mit gut bewertet haben.
Sokolowski empfiehlt, sich frühzeitig mit dem Thema Pflegeheim und der eigenen Vorsorge auseinanderzusetzen.
Dazu gehören wichtige Fragen wie: Wer soll im Ernstfall eine Vollmacht erhalten? Liegt eine Patientenverfügung vor? Wer soll sich später um meine Bestattung kümmern und wie werden die damit verbundenen Kosten geregelt?
Auch die finanziellen Aspekte einer vollstationären Pflege sollten frühzeitig betrachtet werden. Die monatlichen Gesamtkosten für einen Pflegeheimplatz liegen in Schleswig-Holstein derzeit häufig bei etwa 3.000 bis 3.900 Euro. Reicht die eigene Rente zur Finanzierung nicht aus und ist kein weiteres verwertbares Vermögen vorhanden, besteht grundsätzlich die Möglichkeit, beim zuständigen Amt einen Antrag auf Übernahme ungedeckter Heimkosten zu stellen. Für weitere Fragen stehen die Pflegestützpunkte der Kreise beratend zur Seite. wie in der Esmarchstraße beim WKK.
Ständige Besuche vom Medizinischen Dienst zwecks Pflegegrad sind die Regel, man unterliege unter anderem der Heim- und Pflegeaufsicht, der Berufsgenossenschaft, dem Gesundheitsamt und dem Veterinäramt.
Sokolowski beantwortete im Anschluss sehr viele noch aufgeworfene Fragen rund um die Einrichtung, die Kosten und was sonst noch zu beachten sei. Das der Vortrag sehr interessierte, merkte man daran, dass man eine Stecknadel beim Herunterfallen gehört hätte.



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