Wie schütze ich mich vor Einbruch?

von Friedrich-Wilhelm Trottmann 

Meldorf – Der Vorsitzende Voss Wilhelm Brandt von der SeniorenUnion konnte zur ersten Veranstaltung im neuen Jahr im Restaurant "Zur Erheiterung" den ehrenamtlichen Sicherheitsberater Jürgen Szczecinna aus Meldorf begrüßen. Hr. Szczecinna hat sich zur Aufgabe gemacht älteren Menschen über die täglichen Gefahren in den eigenen vier Wänden (Einbruchschutz, Enkeltrick, Telefonabzocke) und außerhalb der vier Wände (im Straßenverkehr als Fußgänger, Radfahrer und vor Taschendiebstahl) aufzuklären und damit eine gewisses Sicherheitsgefühl zu geben. Auch die Beratung von Senioren, wenn es darum geht seine eigenen vier Wände verlassen zu müssen, weil es der Gesundheitszustand erfordert, gibt er in persönlichen Gesprächen Tipps, wie man eine gute Pflegeeinrichtung, WG oder betreutes Wohnen findet und was bei Vetragsabschlüssen zu beachten ist um einen ungestörten Lebensabend genießen zu können.

Seit 2012 seien die Einbrüche laut Statistik gesunken, aber die Anzahl der Einbruchversuche gestiegen. Die Statistik der Versicherungen redet von einem Anstieg um ein Drittel gegenüber den Vorjahren. Die Bevölkerung hat also „aufgerüstet“ und es wird für die Täter immer schwieriger,  in ein Objekt zu gelangen. Deshalb sollte die Devise heißen, mechanische Sicherheit geht vor elektronische Sicherheit. Im Idealfall eine Kombination von beiden Sicherungseinrichtungen und die Meldung eines Einbruchs kommt sofort auf das Smartphone oder wird an den Wachschutz lautlos weitergeleitet. Man sollte daher nach Möglichkeit sein Objekt überprüfen und gegebenfalls die Sicherheitsvorkehrungen aufsatteln. Es kommt hierbei immer auf die persönlichen Bedürfnisse an.

Der durchschnittliche Schaden bei einem Einbruch betrage durchschnittlich zwischen zwei bis drei Tausend Euro, der ideellle persönliche Schaden sei jedoch oft viel höher, da beispielsweise Fotos und Famileinschmuck unwiederbringlich weg seien. Auch psychologische Betreuung sei oft vonnöten oder die/der Betroffene zieht um.

Einbrüche erfolgen zu etwa  15 Prozent über die Eingangstür, bei  85 Prozent über Fenster (oft auf der Schattenseite eines Objektes), in  75 Prozent der Hauseinbrüche werden Fensterflügel aufgehebelt, in 14 Prozent war das Fenster gekippt oder offen, bei  acht  Prozent das Glas in Griffhöhe eingeschlagen und in zwei  Prozent der Flügel angebohrt. Ein Angriff auf das ungesicherte Fenster dauere in der Regel nur 10 bis 15 Sekunden, Schraubendreher (bei Fenstereinbruch) und Wasserpumpenzange (bei Türeinbruch – Zylinderabbruch) sind übliche Werkzeuge. Die Lautstärke beträgt nur etwa  80 dB und ist nicht lauter als ein vorbeifahrendes Auto. Eine Nachsichung sei durch Pilzkopfzapfenverriegelung für die Fenster/Türen rundherum ist deshalb zu empfehlen. Auch aufschraubbare Fenster-/Türensicherungen können angebracht werden. Dabei ist immer auf eine VdS-Zertifizierung des Produktes zu achten. Dies gilt ebenso für Schließzylinder in Türen und Türbeschläge (außen mit Ziehschutz). Grundstückshecken sollten die Höhe von 1,5 Meter nicht überschreiten, so dass auch die Sicht zum Nachbarn möglich ist. Für die dunkle Jahreszeit sind auch Bewegungsmelder mit Lichtsteuerung sinnvoll. Die Täter scheuen sich vor Licht und Geräusche.

In Deutschland entstehen durch Einbrüche Schäden in Höhe von etwa  400 Millionen Euro in Jahr,  85 Prozent der Täter werden leider nicht gefasst. Nach zwei bis fünf Minuten erfolgt meist ein Abbruch und es wird nach einem anderen Objekt Ausschau gehalten. Man solle daher sein Heim sichern und zertifizierte Fachfirmen zur Beratung und Ausführung hinzuziehen und nicht selbst Hand anlegen. Denn nur die Fachfirmen kennen die Schwachstellen der entsprechenden Produkte.

Szczecinna  gab zum Schluß noch einige Tipps wie:  man solle sich nicht nur auf elektronische Systeme verlassen, mechanische Sicherungen seien besser, da man das Eindringen des Tätern in sein Haus oder Wohnung verhindern möchte, Haustüren sollten deshalb immer von außen und innen verriegelt sein (zweimal den Schlüssel herumdrehen, den Schlüssel nie von außen in der Haustür stecken lassen), Türspion benutzen, eventuell Sperrbügel einbauen und nutzen, bei Schlüsselverlust immer den Zylinder austauschen, falls keine Sicherungskarte für den Schließzylinder vorhanden ist, Fenster auch bei kurzer Abwesenheit immer schließen, Wertsachen nicht offen liegen lassen sowie  selten benutzte Wertsachen im Bankschließfach aufbewahren . Bei Urlaub sei Nachbarschaftshilfe besonders wichtig, Briefkästen nicht überquellen lassen und Rollläden betätigen lassen und seine Abwesenheit nicht vorher in den Medien/Anrufbeantworter verkünden.

Auf  Szczecinna  prasselten nach Ende seiner Tipps viele Fragen ein, denn viele Senioren haben Angst vor Einbrüchen und ihren Folgen, und das Sicherheitsgefühl beieinflusst die Lebensqualität älterer Menschen.